Erster Mai

Erst unsere Jobs, dann eure Profite!

02.05.2026 | Am "Tag der Arbeit" war die IG Metall Ennepe-Ruhr-Wupper mit Haupt- und Ehrenamtlichen in Gevelsberg, Witten und Wuppertal zahlreich vertreten. Unsere Botschaft am Feiertag der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer lautet "Erst unsere Jobs, dann eure Profite". Die IG Metall warnt am 1. Mai vor dem Abbau von Industriearbeitsplätzen, Rentenkürzungen und Sozialabbau.

Wie wünschen wir uns das Wetter am 1. Mai? Strahlend blauer Himmel, Sonnenschein und warme Temperaturen. Wir wurden nicht enttäuscht! Zum Kampftag der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, der weit mehr ist als “nur” ein freier Tag, gab es bestes Wetter in Gevelsberg, Witten und Wuppertal. In allen drei Städten war die IG Metall Ennepe-Ruhr-Wupper vertreten, hat dank engagierter Ehrenamtlicher aus den Betrieben die Grills heiß laufen lassen und kühle Getränke ausgeschenkt.

In Gevelsberg startet die Nachfrage nach Grillwürstchen schon eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung. Elin Dera, Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Ennepe-Ruhr-Wupper, begrüßt neben den Teilnehmenden auch eine Abordnung der Kolleginnen und Kollegen von CDP. Sie macht deutlich, dass hinter der Schließung der Ennepetaler Schmiede Bharat Forge CDP (früher Peddinghaus) nach 187 Jahren Firmengeschichte keine wirtschaftliche Not stecke, sondern ausschließlich Gewinnmaximierung - was purer Kapitalismus sei. Hauptrednerin Mareike Richter, Abteilungsleiterin für Arbeitsmarktpolitik und Gleichstellung beim DGB NRW, zeigt die vielfältigen Angriffe auf den Sozialstaat auf und mahnt die Bedrohungen an, die daraus für die Bürgerinnen und Bürger des Landes entstehen. Die IG Metall Jugend mixt in Gevelsberg nicht nur leckere Cocktails an ihrem eigenen Stand, sondern hat auch einen eigenen Redebeitrag vorbereitet. Philip Althaus, Vorsitzender der Jugend- und Auszubildendenvertretung von KSM Castings in Wuppertal, erinnert in seiner starken Rede daran, vor welchen Herausforderungen Auszubildende und junge Menschen aktuell stehen.

In Witten läuft der Getränkewagen dank des Einsatzes der Vertrauenskörperleitung von DEW Witten. Vor Ort warnt Mathias Hillbrandt, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ennepe-Ruhr-Wupper und Vorsitzender des DGB Kreisverbands Ennepe-Ruhr, mit deutlichen Worten vor Angriffen auf Arbeitnehmerrechte, soziale Sicherheit und industrielle Zukunft in Deutschland. Gute Arbeit, soziale Sicherheit und eine starke Industrie seien kein Luxus, sondern Voraussetzung für Wohlstand und Demokratie.

Auch in Wuppertal unterstützen Ehrenamtliche und legen fleißig Würstchen auf den Grill. Guido Grüning vom DGB Stadtverband Wuppertal eröffnet die Veranstaltung und Miriam Scherff, Oberbürgermeisterin der Stadt Wuppertal, überbringt ein Grußwort. Seitens der IG Metall ist Thomas Gutgesell, Betriebsratsvorsitzender von Profilator, vertreten. Auch er zeigt sich bei seiner Rede in Wuppertal unter anderem besorgt um die Zukunft der Industriearbeitsplätze. 

Mathias Hillbrandt macht zum Tag der Arbeit deutlich: „Deutschland steckt in einer schweren wirtschaftlichen Krise. Jeden Monat gehen zehntausende Industriearbeitsplätze verloren, Standorte werden geschlossen oder verlagert. Das geht auch an unserer Region nicht vorbei - mehrere Firmen haben Insolvenz angemeldet. Und statt Verantwortung zu übernehmen, greifen Arbeitgeber und Teile der Politik die Beschäftigten an“.

Beispiele aus unserer Region:

  • In Witten ist die Firma High Precision Components (HPC) mit über 200 Beschäftigten Opfer eines Finanzinvestors geworden. Seit Anfang des Jahres ist der Automobilzulieferer (u.a. für VW und BMW) in der Insolvenz, trotz 60 Millionen Euro Umsatz. Mathias Hillbrandt: „Die IG Metall setzt sich für den Erhalt der Arbeitsplätze ein. Ob wir sie retten können, ist aktuell noch nicht klar.“
  • In Ennepetal wurde der Belegschaft der Firma Bharat Forge CDP Anfang April mitgeteilt, dass der indische Eigentümerkonzern den Standort zu Ende 2027 schließen wird. Über 400 Beschäftigte des Automobilzulieferers, viele mit langen Betriebszugehörigkeiten, werden ihre Arbeitsplätze verlieren. Aktuell befinden sich Betriebsrat, IG Metall sowie Berater der Arbeitnehmerseite in der Informationsphase, um anschließend in Verhandlungen zu einem Sozialplan einzusteigen, der unter anderem die Abfindungen regeln soll.

Scharfe Kritik übt Mathias Hillbrandt an Überlegungen den 1. Mai als gesetzlichen Feiertag infrage zu stellen. „Die Gesellschaft lebt von der Arbeit der Beschäftigten. Jede Straße, jede Maschine, jedes Werk entsteht durch ihre Leistung. Und deshalb haben wir auch das Recht, von Politik und Arbeitgebern einen Plan für unsere Zukunft zu fordern. Auch und gerade am 1. Mai“, so Hillbrandt.

Wir bedanken uns bei allen, die am 1. Mai teilgenommen haben und die an den Ständen und an den Grills unterstützt haben!

Von: ed

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