Bharat Forge CDP

Bharat Forge CDP in Ennepetal soll geschlossen werden

20.04.2026 | Am 09. April 2026 hat der Geschäftsführer, der erst seit ein paar Wochen für das Unternehmen arbeitet, die Belegschaft über die Entscheidung des Konzerns informiert, dass der Standort Ennepetal Ende 2027 geschlossen werden soll. Betriebsrat und IG Metall setzen sich ab sofort gemeinsam für die Beschäftigten ein.

Firmenschild von Bharat Forge CDP in Ennepetal mit IG Metall-Fahne

Donnerstag, 09. April 2026, 14 Uhr

In einer kurzen Informationsveranstaltung werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Geschäftsführer über die bevorstehende Schließung des Schmiedestandorts in Ennepetal informiert. Bis Mitte 2027 soll produziert werden, bis Ende 2027 soll das Werk geräumt sein. Außerdem gibt es eine schriftliche Mitarbeiterinformation, in der ebenfalls über das Vorhaben des indischen Konzerns informiert wird.

Montag, 13. April 2026, 13 Uhr

Die Betriebsräte und Elin Dera von der IG Metall sind zum Wechsel von Früh- und Spätschicht am Werkstor, sprechen mit den Menschen über ihre drängendsten Fragen. Sie rufen dazu auf, am kommenden Tag an der Betriebsversammlung teilzunehmen. Der Betriebsrat hat die Vertreter der Geschäftsführung ausgeladen, die Versammlung wird ohne sie stattfinden. Die Betriebsräte und die IG Metall wollen mit den Beschäftigten alleine sprechen.

Dienstag, 14. April 2026, 13 Uhr

Die Betriebsversammlung startet im Industriemuseum in Ennepetal, nur einen Katzensprung vom Werksgelände entfernt. Die bereitgestellten Stühle reichen nicht aus, es werden weitere Stühle geholt und aufgestellt, damit alle einen Platz finden.

Andreas Steinke, Betriebsratsvorsitzender bei Bharat Forge CDP, eröffnet die Betriebsversammlung und fasst die Ereignisse der letzten Tage zusammen. Er informiert darüber, dass die Geschäftsführung bereits diese Woche mit den Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan beginnen wollte und macht deutlich, dass er dies abgelehnt hat. Der Betriebsrat wird noch in dieser Woche eine Klausur durchführen, um sich mit der IG Metall über die weitere Strategie abzustimmen. Außerdem wird der Betriebsrat einen wirtschaftlichen Berater und einen Anwalt beauftragen, bevor man in Verhandlungen einsteigt. Andreas Steinke verspricht, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so transparent wie nur möglich auf diesem Weg mitzunehmen und zeigt die rechtlichen Möglichkeiten des Betriebsrats in dieser Situation auf.

Elin Dera von der IG Metall stellt dar, dass die Beschäftigten sich nun fragen, wer wie lange gebraucht wird und wie hoch die individuelle Abfindung ausfallen könnte. Dazu können erst Aussagen getroffen werden, wenn die Verhandlungen abgeschlossen sind. Alle gemeinsam müssen sich nun auf eine längere, wenn nicht gar monatelange Zeit der Ungewissheit einstellen, in der diese Fragen noch nicht beantwortet werden können. Neben der Höhe von Abfindungen müsse zum Beispiel auch geprüft werden, wie es für die Auszubildenden weitergeht, damit sie ihre Ausbildung abschließen können. Viele Mitarbeiter haben eine lange Betriebszugehörigkeit von bis zu 40 Jahren oder sind schwerbehindert. Auch hier muss alles genau geprüft und verhandelt werden.

Dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter viele Fragen haben, wütend, verzweifelt und enttäuscht sind, wird in der anschließenden Fragerunde deutlich, an der sich überdurchschnittliche viele zu Wort melden. Alle sind der Überzeugung: bei einer Schließung gilt es, das bestmögliche für die Beschäftigten herauszuholen.

Donnerstag/Freitag 16./17. April 2026

Der Betriebsrat von Bharat Forge CDP findet sich zu einer Klausur zusammen, um die Vorgehensweise zu besprechen. Ein wirtschaftlicher Berater und ein Anwalt werden im weiteren Verlauf hinzugezogen. Gemeinsam beraten die Betriebsräte die nächsten Schritte und sammeln Fragen, die geklärt werden müssen und auf die die Geschäftsführung Antworten geben werden muss. Es wird ein Termin noch im April vereinbart, an dem sich Betriebsrat, IG Metall und die Berater treffen.

Wie geht es weiter?

Verhandlungen mit der Arbeitgeberseite über einen Interessenausgleich und Sozialplan werden erst dann aufgenommen, wenn der Betriebsrat umfassende Informationen hat. Und erst, wenn diese Verhandlungen abgeschlossen sind, können genaue Auskünfte darüber gegeben werden, wer wie lange gebraucht wird oder wie hoch etwaige Abfindungen ausfallen.

Bis dahin wird eine gewisse Zeit vergehen. Beschäftigte können sich dennoch in dieser Zeit an den Betriebsrat und die IG Metall wenden, wenn sie Fragen haben. Wir haben ein offenes Ohr für euch!

Von: ed

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